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Offene Elektriker-Stelle: So rechnen Sie den Preis

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Geöffneter Verteilerschrank mit gebündelter Verkabelung und Messgerät auf einer Werkbank, daneben die Leitzahl 183 Tage Vakanzzeit auf Fachkraftniveau
Mit KI erstellt. Auf Fachkraftniveau lag die Vakanzzeit zwischen April 2025 und März 2026 bei 183 Tagen (Quelle: Bundesagentur für Arbeit, aufbereitet von Statista).
Auf einen Blick

Für Elektroberufe gibt es keine öffentlich ausgewiesene Vakanzzeit in Tagen. Wer eine Monteurstelle offen hat und wissen will, was ihn das kostet, findet trotzdem Zahlen dazu. Belegt sind sie nicht. Rechnen lässt sich dennoch — mit den eigenen Werten aus dem Betrieb und einer Zeitgröße, die tatsächlich aus der amtlichen Statistik stammt.

Warum es für Elektroberufe keine Vakanzzeit in Tagen gibt

Die Bundesagentur für Arbeit weist die Vakanzzeit gemeldeter Arbeitsstellen nach Anforderungsniveau aus, nicht nach einzelnen Berufen. Über alle Anforderungsniveaus hinweg nennt die Bundesagentur für Arbeit für den Zeitraum April 2025 bis März 2026 einen Wert von 165 Tagen. Eine eigene Zeile für Elektroberufe enthält diese Auswertung nicht.

Das hat Folgen für jede Zahl, die Ihnen zu diesem Thema begegnet. Wenn eine Quelle angibt, eine Elektrikerstelle bleibe im Schnitt eine bestimmte Anzahl von Tagen offen, dann stammt dieser Wert nicht aus der Vakanzzeitstatistik. Er ist entweder aus einer anderen Gruppe übertragen oder geschätzt. Beides kann sinnvoll sein — nachprüfbar ist es nur, wenn es dabeisteht. Fragen Sie im Zweifel nach der Tabelle, aus der die Zahl kommt.

Für die Rechnung eines Elektrobetriebs ist die Lücke kein Hindernis. Sie verschiebt nur, woher die Werte kommen. Die teuren Posten stehen ohnehin in Ihren eigenen Büchern: Auftragsvolumen je Monteur, Deckungsbeitrag, Überstundenzuschläge, Vertragsstrafen aus verzögerten Abnahmen. Fremd ist allein die Zeitgröße. Und für die gibt es einen belegten Näherungswert.

Die Kosten einer offenen Stelle bezeichnen die Summe aus entgangenem Deckungsbeitrag, den Mehrkosten der Arbeit im Bestand, den Verzögerungskosten und dem Fluktuationsrisiko — multipliziert mit der Dauer, die die Stelle offen bleibt. Das eingesparte Gehalt steht dagegen. Alles andere läuft weiter. Wie sich dieser Kostenblock grundsätzlich zusammensetzt, behandelt der Beitrag zu den Kosten unbesetzter Stellen.

Die Bezugsgröße, die belegt ist — 183 Tage auf Fachkraftniveau

Für den Zeitraum von April 2025 bis März 2026 weist die Bundesagentur für Arbeit folgende Vakanzzeiten aus: auf Fachkraftniveau 183 Tage, über alle Anforderungsniveaus hinweg 165 Tage, auf Spezialistenniveau 157 Tage, bei Helfer- und Anlerntätigkeiten 156 Tage, auf Expertenniveau 109 Tage.

Eine Stelle für eine Elektrofachkraft mit abgeschlossener Berufsausbildung fällt in die Gruppe der fachlich ausgerichteten Tätigkeiten. Der nächstliegende belegte Wert für eine solche Stelle sind damit die 183 Tage, die die Bundesagentur für Arbeit für das Fachkraftniveau ausweist. Das ist eine Näherung über das Anforderungsniveau und kein Elektro-Wert. Wer sie in einer Kalkulation verwendet, sollte genau das dazuschreiben.

Der Unterschied zwischen den Anforderungsniveaus entscheidet dabei, welche Bezugsgröße überhaupt die richtige ist. Eine Stelle mit Meisterbrief liegt auf einem anderen Niveau als eine Monteurstelle mit Gesellenbrief, und eine angelernte Hilfstätigkeit auf der Baustelle wieder auf einem anderen. Was die vier Stufen voneinander trennt, erklärt der Beitrag zu Fachkraft, Spezialist und Experte.

Zur Einordnung ein Wert aus einem anderen Gewerk: An der Spitze der von der Bundesagentur für Arbeit ausgewiesenen Engpassberufe mit den längsten Vakanzzeiten steht für April 2025 bis März 2026 der Aus- und Trockenbau mit 301 Tagen. Dieser Wert gehört zum Aus- und Trockenbau und zu keinem anderen Gewerk. Er zeigt allein, wie weit die Spanne nach oben reicht. Was daraus folgt, steht im Beitrag zur Vakanzzeit im Bau.

Zwei Einschränkungen gehören zu jeder Verwendung dieser Werte. Sie sind Durchschnitte über zwölf Monate; Ihre konkrete Stelle kann deutlich darüber oder darunter liegen. Und sie beziehen sich auf gemeldete Arbeitsstellen, also auf die Stellen, die der Bundesagentur für Arbeit gemeldet wurden. Beides macht die Zahl nicht unbrauchbar. Es macht sie zu einer Planungsgröße mit Streuung — und nicht zu einer Zusage für den Einzelfall.

Die vier Posten Ihrer eigenen Rechnung

Die von der Bundesagentur für Arbeit ausgewiesenen 183 Tage auf Fachkraftniveau sind rund sechs Monate. Diese Zeitgröße ist der Multiplikator. Was multipliziert wird, tragen Sie selbst zusammen — in vier Schritten, für die Sie nur Ihre eigenen Unterlagen brauchen.

Erstens: der entgangene Deckungsbeitrag. Nehmen Sie das Auftragsvolumen, das im vergangenen Geschäftsjahr im Schnitt an einer Monteurstelle hing, und rechnen Sie es auf den Monat herunter. Ziehen Sie Material und die direkt zurechenbaren Kosten ab. Was übrig bleibt, ist der Deckungsbeitrag je Monteur und Monat. Multiplizieren Sie ihn mit dem Anteil der Aufträge, den Sie wegen der Lücke ablehnen oder verschieben mussten.

Zweitens: die Mehrarbeit im Bestand. Die Arbeit verschwindet nicht, wenn die Stelle leer ist — sie verteilt sich. Setzen Sie die zusätzlich geleisteten Stunden Ihrer Mitarbeiter an, bewertet mit dem tatsächlichen Zuschlag, und stellen Sie daneben, was an Zeitkonten und nicht genommenem Urlaub aufläuft. Dieser Posten ist der unauffälligste, weil er in der Lohnabrechnung untergeht statt in einer eigenen Zeile zu stehen.

Drittens: die Verzögerungskosten. Rechnen Sie zusammen, was verspätete Fertigstellungen im Betrachtungszeitraum ausgelöst haben: vereinbarte Vertragsstrafen, Nachträge, die Sie nicht durchsetzen konnten, Folgeaufträge, die an einen anderen Betrieb gegangen sind. Anders als die ersten beiden Posten fällt dieser unregelmäßig an. Er gehört trotzdem in die Summe, weil er die Spitzen erzeugt, die eine Jahresplanung sprengen.

Viertens: das Fluktuationsrisiko. Eine Mannschaft, die dauerhaft eine Lücke mitträgt, arbeitet unter anderen Bedingungen als eine vollständige. Kündigt daraufhin jemand, öffnet sich die nächste Stelle, und die Rechnung beginnt von vorn. Das ist eine Wirkungskette und als solche zu lesen — keine Aussage darüber, wie häufig sie eintritt. Führen Sie diesen Posten deshalb als Risiko, nicht als Betrag.

Die Formel in Worten: Addieren Sie die drei bezifferbaren Posten zu einem Monatsbetrag. Multiplizieren Sie diesen Monatsbetrag mit der Zahl der Monate, die Sie ansetzen — bei der Näherung über das Fachkraftniveau sind das rund sechs. Das Ergebnis ist der Betrag, der auf der einen Seite steht, wenn Sie ihn dem Aufwand einer Besetzung gegenüberstellen. Den vierten Posten notieren Sie daneben.

Eine Bemerkung zur Genauigkeit: Diese Rechnung wird nicht exakt. Sie wird nachvollziehbar. Der Unterschied zeigt sich, sobald jemand nachfragt, woher ein Wert kommt — dann steht bei jedem Posten eine Quelle aus Ihrem eigenen Haus, und bei der Zeitgröße die Bundesagentur für Arbeit.

Was die Engpassanalyse 2025 über die Bauelektrik sagt

Die Bundesagentur für Arbeit zählt in ihrer Fachkräfteengpassanalyse 2025, veröffentlicht im Mai 2026, 157 Engpassberufe — gegenüber 163 Engpassberufen im Jahr 2024 und 183 Engpassberufen im Jahr 2023. Im Wortlaut heißt es dort: „Die Zahl der Engpassberufe ist im Vergleich zu den Vorjahren weiter gesunken. Sie lag mit 157 leicht unter dem Niveau des Vorjahres (2024: 163 Engpassberufe; 2023: 183 Engpassberufe).“

Ein sinkender Zähler bedeutet nicht, dass der einzelne Engpass verschwindet. Er bedeutet, dass weniger Berufe die Kriterien der Analyse erfüllen. Für einen Betrieb, dessen Beruf weiterhin auf der Liste steht, ändert die Gesamtzahl nichts.

In der Tabelle „Beschäftigungsstärkste Engpassberufe (Fachkräfte, Top 10)“ der Fachkräfteengpassanalyse 2025 der Bundesagentur für Arbeit steht die Berufsuntergruppe 2621, „Berufe in der Bauelektrik“. Mehr sagt die Listung nicht: Sie benennt den Beruf, sie liefert keine Dauer. Die zugehörigen Engpassindikatoren geben wir hier nicht wieder, weil sie in der veröffentlichten Fassung nicht in einer Form ausgewiesen sind, die eine saubere Einzelzitierung trägt.

Für Ihre Rechnung ändert diese Listung wenig, für Ihre Erwartung viel. Sie belegt, dass die Bauelektrik zu den beschäftigungsstärksten Engpassberufen auf Fachkraftniveau gehört — also nicht zu einer Nische mit wenigen Stellen, sondern zu den großen Gruppen. Die Zeitgröße ersetzt sie nicht. Warum der Bewerbermarkt in diesem Gewerk so dünn ist, behandelt der Beitrag zum leeren Bewerbermarkt für Elektriker.

Was die Rechnung für die Personalplanung ändert

Sobald der Betrag auf dem Tisch liegt, verändert sich die Frage. Sie lautet nicht mehr, ob eine Besetzung ihren Aufwand wert ist, sondern wie lange Sie sich das Offenbleiben leisten wollen. Drei Schritte machen daraus eine Planung.

Erstens: das Anforderungsniveau der Stelle festlegen. Verlangt die Position eine abgeschlossene Berufsausbildung, oder lässt sie sich als Helfer- oder Anlerntätigkeit zuschneiden? Für Helfer- und Anlerntätigkeiten weist die Bundesagentur für Arbeit 156 Tage aus, für das Fachkraftniveau 183 Tage. Beide Werte stammen aus demselben Zeitraum April 2025 bis März 2026. Der Zuschnitt der Stelle verändert also die Bezugsgröße Ihrer Rechnung.

Zweitens: rückwärts rechnen. Setzen Sie den Termin, zu dem die Person im Betrieb anfangen soll. Ziehen Sie von dort die Dauer ab, die Sie in Schritt eins bestimmt haben. Das Ergebnis ist der Tag, an dem die Suche laufen muss — nicht der Tag, an dem Sie darüber nachdenken. Soll die Person zu einem festen Termin eingearbeitet sein, ziehen Sie die Einarbeitung zusätzlich ab.

Drittens: bei Kandidaten aus dem Ausland die Anerkennungsfrage vorab klären. Ob eine im Ausland erworbene Qualifikation für die vorgesehene Tätigkeit anerkannt werden muss, entscheidet über den Weg und über die Dauer. Was dabei zu prüfen ist, steht im Beitrag zur Anerkennung im Elektrohandwerk.

Angaben zur Orientierung, keine Rechtsberatung.

Der eigentliche Ertrag dieser Rechnung liegt nicht im Betrag, sondern im Zeitpunkt. Ein Betrieb, der weiß, was ein Monat Leerstand auf einer Monteurstelle kostet, wartet nicht ab, bis die Kündigung wirksam wird. Er beginnt, sobald der Bedarf absehbar ist. Struktur schlägt Zufall.

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Weiterlesen

Quellen

  • Bundesagentur für Arbeit: Vakanzzeit von Arbeitsstellen nach Anforderungsniveau in Deutschland, April 2025 bis März 2026, aufbereitet von Statista. 2026. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1318407/umfrage/vakanzzeit-gemeldeter-arbeitsstellen-nach-anforderungsniveau (abgerufen 13.09.2026).
  • Bundesagentur für Arbeit: Engpassberufe mit den längsten Vakanzzeiten, April 2025 bis März 2026, aufbereitet von Statista. 2026. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/420385/umfrage/engpassberufe-in-deutschland-nach-durchschnittlicher-vakanzzeit (abgerufen 13.09.2026).
  • Bundesagentur für Arbeit: Fachkräfteengpassanalyse 2025. Reihe „Berichte: Blickpunkt Arbeitsmarkt“. Mai 2026. https://www.arbeitsagentur.de/en/press/2026-32-specialists-remain-in-short-supply-immigration-continues-to-grow-in-importance (abgerufen 13.09.2026).

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